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Zentrum für Kriminologische Forschung Sachsen

Neuigkeiten

Erfahren Sie die neuesten Entwicklungen aus der Welt der Kriminologie – aktuelle Forschungsergebnisse und spannende Projekte finden Sie in den Neuigkeiten des Zentrums für kriminologische Forschung Sachsen e.V. Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie exklusive Einblicke in unsere Arbeit.

Recht, Praxis und Verständigung – Rückblick auf den Fachtag zum Täter-Opfer-Ausgleich

Am 28. Oktober 2026 fand im Deutschen Hygiene-Museum Dresden der Fachtag „Gemeinsam für den TOA – So gelingt’s!“ der Landesarbeitsgemeinschaft Täter-Opfer-Ausgleich Sachsen statt. Auch das ZKFS war unter den Teilnehmenden vertreten. Die Veranstaltung bot Einblicke in aktuelle Forschung, rechtliche Rahmenbedingungen und praktische Erfahrungen mit dem Täter-Opfer-Ausgleich (TOA). Die Beiträge beleuchteten dabei die vielfältigen Möglichkeiten von Mediation und Konfliktbearbeitung sowohl innerhalb als auch außerhalb des Strafverfahrens.

Prof. Dr. Elisa Hoven (Universität Leipzig) stellte aktuelle Forschungsergebnisse zum Täter-Opfer-Ausgleich vor und ging insbesondere auf dessen Anwendung in der strafrechtlichen Praxis ein. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass die Nutzung des TOA stark davon abhängt, welche Akteure und Institutionen entsprechende Verfahren anregen. Dr. Dr. h. c. Michael Kilchling (Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht) beleuchtete die rechtlichen Grundlagen und unterschiedlichen Funktionen des TOA. Dieser kann sich auf die strafrechtliche Sanktionierung auswirken, ein laufendes Verfahren begleiten oder auch unabhängig von einer gerichtlichen Entscheidung zur Konfliktbearbeitung beitragen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Perspektive der Geschädigten. Der Opferanwalt Dr. Wolfram Schädler verdeutlichte in einem anschaulichen und interaktiven Vortrag, dass die Bedürfnisse von Kriminalitätsopfern nicht immer mit den Zielen und Abläufen der Strafjustiz übereinstimmen. Gerade bei Taten, die von Betroffenen als sinnlos erlebt werden, kann der TOA Möglichkeiten eröffnen, Fragen zu stellen, eigene Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Neben der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Geschehenen können dabei auch konkrete Vereinbarungen über Wiedergutmachung oder den künftigen Umgang miteinander getroffen werden. Solche Prozesse können für die Beteiligten unabhängig vom Ausgang eines Strafverfahrens von Bedeutung sein.

Die weiteren Beiträge erweiterten den Blick auf unterschiedliche Anwendungsfelder und Zielsetzungen der Mediation. Dr. Oliver Jacob (EJF, Integrationshilfe Berlin) thematisierte die Konfliktbearbeitung im schulischen Kontext, während Theologe und Bürgerrechtler Frank Richter grundlegende Fragen von Schuld, Reue und Versöhnung aufgriff.

Insgesamt zeigte der Fachtag, wie vielfältig die Ziele und Einsatzmöglichkeiten mediativer Verfahren sind. Der Täter-Opfer-Ausgleich kann zur Gestaltung strafrechtlicher Verfahren beitragen, bietet aber zugleich einen eigenständigen Raum für Kommunikation, Verständigung und die gemeinsame Bearbeitung von Konflikten. Neben den fachlichen Beiträgen bot der Fachtag Gelegenheit zum Austausch zwischen Wissenschaft, Justiz und den in der Mediation tätigen Einrichtungen. Dabei wurden sowohl die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Täter-Opfer-Ausgleichs als auch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen deutlich.

Mehr über den Täter-Opfer-Ausgleich lesen:

https://www.vsr-dresden.de/taeter-opfer-ausgleich/

https://www.justiz.sachsen.de/smj/taeter-opfer-ausgleich-8992.html