Zentrum für Kriminologische Forschung Sachsen

Neuigkeiten

Erfahren Sie die neuesten Entwicklungen aus der Welt der Kriminologie – aktuelle Forschungsergebnisse und spannende Projekte finden Sie in den Neuigkeiten des Zentrums für Kriminologie Sachsen e.V. Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie exklusive Einblicke in unsere Arbeit.

ZKFS KOLLOQUIUM: Traumasensibilität in der Polizeiarbeit – Potenzielle Wirkmechanismen traumasensiblen Vorgehens in Fällen von sexualisierter Gewalt

Am 11.05.2026 ab 16:30 lädt das Zentrum für kriminologische Forschung Sachsen (ZKFS), An-Institut der TU Chemnitz, zum Kolloquium ein.

Wir freuen uns sehr Kriminologin und Kriminalhauptkommissarin Imke Pahl (M. A.) bei uns begrüßen zu dürfen. Sie wird einen Vortrag halten zum Thema:

Traumasensibilität in der Polizeiarbeit – Potenzielle Wirkmechanismen traumasensiblen Vorgehens in Fällen von sexualisierter Gewalt

Eingeladen sind Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen, und alle, die sich für das Thema interessieren. Da sich der Vortrag mit polizeilicher Praxis befasst, begrüßen wir insbesondere die Teilnahme von Angehörigen der Polizeien. Wir freuen uns auf einen lebendigen und praxisnahen Austausch mit allen Teilnehmenden.

Das Kolloquium findet im Ideenreich der Universitätsbibliothek Chemnitz (Str. der Nationen 33, 09111 Chemnitz) und zeitgleich online via Zoom statt. Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um Anmeldung per E-Mail bei Annalena Oehme (annalena.oehme@zkfs.de).
Für die Teilnahme in Präsenz ist eine Anmeldung bis zum 01.05.2026 erforderlich, da die Plätze vor Ort begrenzt sind. Die Anmeldung zur Online-Teilnahme ist noch bis einen Tag vor der Veranstaltung möglich. Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie online oder in Präsenz teilnehmen möchten.

Abstract: In ihrem Vortrag stellt Frau Pahl die zentralen Überlegungen und Ergebnisse ihrer Masterarbeit vor. Darin untersuchte sie, wie ein traumasensibles Vorgehen in der Polizeiarbeit bei sexualisierter Gewalt wirken kann. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Betroffene häufig komplexe psychische und neurobiologische Belastungsfolgen aufweisen und im institutionellen Kontext ein erhöhtes Risiko sekundärer Viktimisierung besteht. Zugleich sind auch Polizeibeamt:innen in diesem Arbeitsfeld erheblichen emotionalen und organisationalen Belastungen ausgesetzt, die sekundäre Traumatisierung und stressbedingte Erkrankungen begünstigen können.

Im Rahmen ihrer Arbeit analysierte sie, inwiefern ein traumasensibler Ansatz sowohl den Schutz und die Stabilisierung der Betroffenen verbessern als auch die Gesundheit der eingesetzten Beamt:innen fördern kann. Als theoretischer Bezugsrahmen dient der „Trauma-Informed Approach“ der Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA), verstanden als ganzheitliches Konzept, das organisationale Strukturen, professionelle Haltungen und konkrete Interaktionspraktiken umfasst.

Methodisch stützt sich die Arbeit auf eine theoriegeleitete Analyse zentraler Konzepte zu Trauma, sexualisierter Gewalt, sekundärer Viktimisierung und organisationaler Belastung, ergänzt durch qualitative Expert:inneninterviews aus interdisziplinären Handlungsfeldern.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein traumasensibles Handlungskonzept als integrativer Ansatz auf individueller und organisationaler Ebene wirksam werden kann und das Potenzial birgt, sekundäre Viktimisierung zu reduzieren, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu stärken und die Qualität und Effektivität polizeilicher Arbeit zu steigern.

Imke Pahl arbeitet als Kriminalhauptkommissarin bei der Landespolizei Schleswig-Holstein. Sie ist seit 2009 auf kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit in Fällen der sexualisierten Gewalt spezialisiert, mit einem besonderen Fokus auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und Betroffenenschutz. Im Jahr 2024 absolvierte sie den Masterstudiengang Kriminologie an der Universität Hamburg (M.A.) und untersuchte in ihrer Masterarbeit die potenziellen Wirkmechanismen traumasensibler Ansätze in der Polizeiarbeit in Bezug auf Betroffene, Mitarbeitende und die institutionelle Praxis, mit dem Ziel, Handlungsstrategien zu identifizieren, die sowohl den Schutz von Betroffenen verbessern als auch die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden stärken.