Reduziert Videoüberwachung Kriminalität?
- Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist ein starker Eingriff in das Recht auf individuelle Freiheit.
- Dem steht das Recht auf Sicherheit gegenüber.
- Videoüberwachung wird besonders als Mittel der Abschreckung und Beweissicherung eingesetzt und unterbindet keine Straftaten im Moment.
Daher ist es wichtig abzuwägen und weiter zu evaluieren, wo und wie es zu Reduktionen der Kriminalität kommt und ob Bürger*innen sich sicherer fühlen und sich wieder vermehrt in Gegenden bewegen.
Was sagt die Forschung?
- Es fehlen methodisch robuste Studien in Deutschland und es wurden keine bis moderate Effekte auf Deliktzahlen festgestellt.
- Ergebnisse internationaler Studien fallen nicht einheitlich aus.
- Meta-Studien zeigen, dass Videoüberwachung besonders bei Eigentumsdelikten helfen kann, etwa gegen Autodiebstahl auf Parkplätzen.
- Weniger Wirksamkeit wurde bei Gewalt- und Drogendelikten festgestellt.
Effekte auf Kriminalitätsfurcht
- Zu Beginn der Überwachung gibt es Reduktionseffekte.
- nur wenn die Überwachung sichtbar ist
- nur an Orten, an denen Kriminalität wahrgenommen wird (Hotspots)
- es kann Gewöhnungseffekte geben
Literatur
- Bjorklund, F. & Svenonius, O. (2012, Hrsg.) Video surveillance and social control in a comparative perspective. Routledge.
- Bückung, H.-J. (2007, Hrsg.) Polizeiliche Videoüberwachung öffentlicher Räume. Duncker & Humblot GmbH.
- Lauber, K, & Mühler, K. (2022). Steigert Videoüberwachung das Sicherheitsempfinden? Kriminologie – Das Online-Journal, 3/2022. https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2022.3.4
- Lösel, F., & Plankensteiner, B. (2005). Die Wirksamkeit der Videoüberwachung. Herausgegeben von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention. CCJG-Review.
- Piza, E.L., Welsh, B.C., Farrington, D.P. & Thomas, A.L. (2019). CCTV surveillance for rime prevention: a 40-year systematic review with meta-analysis. https://doi.org/10.1111/1745-9133.12419
- Welsh, B.C. & Farrington, D.P. (2009). Making public place safer. Surveillance and crime prevention. Oxford University Press.